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Du suchst einen Ego-Shooter mit Geschichte und Atmosphäre? Dann greif ruhig zu.
• • • •   (bewertet mit 4 von 5 Punkten)

Cold Winter erzählt die Geschichte eines verbitterten Wissenschaftlers, der plant die Welt in einem nuklearen Winter auf 600 Mio Menschen zu dezimieren, um das Überleben der Rasse nicht zu gefähren und gleichzeitig vor atomaren Waffen zu warnen. Abgedreht? Allerdings! In gerenderten Filmschnipseln wird die Handlung in stets ruhiger Erzählweise an den Spieler gebracht, wobei sie nicht selten abgespielt werden und zudem für ein Spiel dieses Genres ungewöhnlich lange Laufzeiten bieten.

Auch während des Gameplay wird diese Ruhe fortgesetzt, denn die Animationen wurden realitätsnah inszeniert. Ok, beim Erlimmen einer Leiter sieht man keine Hände wie in Killzone aber immerhin dauern Waffenwechsel und Nachladen schon länger als beim größten Teil der Shooterszene. Auch die Missionen ungewöhnlich gestaltet. Statt mehr Leute in 5 Minuten umzulegen als John Rambo in seinem letzten Ausflug durch Burma muss der Spieler hier auch andere Aufgaben erledigen, die nicht unweigerlich mit Tod verknüpft sind. Sehr gut hat mir zum Beispiel das Sichern eines Savehouses gefallen, bei dem man 3 Kameras im Virtel anbringen muss und anschließend ein Gespräch mit seiner Kollegin führt.

Die Umgebung ist zu einem großen Teil nutzbar, manchmal auch nur um das Mittendrin-Gefühl zu verstärken. Schränke und Schubladen lassen sich öffnen, Sofas lassen sich durchsuchen, bald jeden kleineren Gegenstand kann man anheben und werfen, ja selbst die Toilettenspülung ist bedienbar.
Für den kampf haben sich Tische erprobt, die man umwerfen kann um sie als Deckung zu nutzen. Man könnte aber auch die Tür damit blockieren und durch ein Fenster auf die Gegner feuern, die sich nebenbei bemerkt relativ gut anstellen. Sie nutzen ebenfalls Deckung und werfern oft und gern Granaten. Allerdings hätte man an den aggressiven Hirnen trotzdem noch etwas feilschen können.
Kleinteile lassen sich schnell zu hilfreichen Spielzeugen verbauen, so werden ein Draht und eine Zange zum Dietrich.

An Waffen mangelt es nicht, es gibt verschiedenste Pistolen, Maschinengewehre, Gewehre, Explosivgeschosswerfer...Selbst alte Flinten und ein Granatwerfer mit Dauerfeuermodus fehlen nicht. Bei Letzterem empfehle ich, sich schleunigst aus dem Staub zu machen, bei Erblicken eines Mitspielers mit diesem Gerät ist meist schon zu spät.

Apropos MP-Modus: Dieser zeigt zwar größtenteils nur die bekannten Varianten auf, kann jedoch durch die großzügige Waffenauswahl und gut designte Karten durchaus Spaß machen. Gerade wer nicht so schnell am Abzug ist, kann hier gut mitspielen, da auch der Schwierigkeitsgrad für jeden Spieler separat eingestellt werden kann, bevor die Multiplayerpartie gestartet wird. Die Importfassung bietet eine abgeänderte Flaggenmatch-Version, bei der es darum geht, einen abgetrennten Kopf zu sichern und zu verteidigen. In der deutschen Fassung wurde der Kopf natürlich gegen einen Koffer ausgetauscht.

Du suchst einen Ego-Shooter mit Geschichte und Atmosphäre? Dann greif ruhig zu.

Pro:

- abgefahrene Handlung
- zahlreiche lange Renderfilme
- kreative Umgebungsinteraktion
- Spielzeug zum Selberbauen
- realitätsnaher Härtegrad (Import)
- imposante Physik-Effekte
- ruhige Erzählweise selbst während Gameplay
- Feuer und Rauch sieht hervorragend aus
- gute deutsche Stimmen (Import jedoch glaubwürdiger)
- altbackener, aber unterhaltsamer Mehrspielerpart
- Waffenfreunde dürften zufrieden sein
- optionale Missionsziele
- Schriftstücke zur Vertiefung der Atmosphäre
- Levelstatistiken

Kontra:

- kaum Optionen verfügbar
- kein Surround-Sound
- unspektakulärer Hauptcharakter
- keine Endstaistik
- optionale Ziele ohne Wert, nur zum Spaß
- sehr stark gekürzt (Deutsche Fassung)
Eine Rezension von McKnochus >
vom 10. Juli 2010
Kundenrezensionen:
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10. Bewertung
9. Guter Egoshooter
8. Ein " Spiel " wie es nicht mal im Buche steht
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